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Pop-Up Erinnerungen

Manchmal macht es blob und eine Erinnerung aus lang vergangnen Tagen springt grundlos in mir auf. Oft kann ich nur staunen was da in meiner Vergangeheit bereit liegt um mich unerwartet an mich selbst zu erinnern. Alles ganz normal, alles ganz unaufgeregt. Diese kleinen Vergagenheitsinseln landen nun hier. Vielleicht müssen sie dann nicht mehr aufpoppen.

Die kurze Geschichte meines ersten Haustieres.

Veröffentlicht am 30. April 2020 von René Petsch

Die kurze Geschichte meines ersten Haustieres.

Ein Fisch, ein Skalar. Mehr hat meine Mutter, und das auch nur auf Drängen meines Schwagers, nicht gestattet.Es musste ein kleines „Aquarium“ sein ohne viel Aufwand zu betreiben und kosten dürfe es auf gar keinen Fall etwas.

Haustiere sind gut für Kinder. So lernen sie Verantwortung und bringen etwas Leben in das ansonsten triste kunterbunt des Kinderzimmers.

 

Am Ende der Diskussion zwischen Schwager und Mutter, die ich von unten her beobachtete, stand an meinem Bett ein sauber gespültes Einmachglas, versehen mit einem Tausendblatt aus dem Weiher sowie einem Taschenspiegel größer als der Fisch. Dieser eigens damit sich der prächtige Skalar, der im wenigen freien Raum im Einmachglas schwebte, nicht einsam fühlen möge.

Das Gefühl nun ein Haustier zu haben, Verantwortung zu übernehmen und dafür die Freude eines lebendigen Freundes zu erleben, war für mich eine eher stille Erfahrung.

Schon bald schwebte ein toter Skalar im Glas.

 

Schnell entsorgte meine Mutter erleichtert die Einrichtung und nur die Frage nach dem Warum stand noch im Raum.

Der Schwager erklärte mir schließlich, der Skalar sei, mit seinen langen, langen Fühlern unter dem Spiegel geraten und auf diese Weise erstickt.

So war also mein erstes Haustier ein ganz besonderes Exemplar, ein Fisch, dem es gelungen war, sich zu ertränken und so der kuscheligen neuen Heimat zu entkommen. Haustiere sind nichts für mich.

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